Donnerstag, 22. Oktober 2009

Meine Reise - Fotos

Flagge des Northern Territory
Malerei an einer Garagenwand in Alice Springs
bunte Didgeridoos

Meine Reise - Tag 5

TAG 5: DIENSTAG, 20.10.09
Endlich mal ausschlafen sollte unser Motto für diesen Tag sein. Doch natürlich gab es einige in unserem Zimmer, die morgens zu Touren aufgebrochen sind, weswegen ausschlafen in diesem Fall halb 9 bedeutete^^
Julia und ich haben es sehr genossen, das Zimmer für uns zu haben (nur eine war noch darin, aber die hat friedlich geschlummert) und so haben wir ausführlich geduscht und uns mal anständig zurecht gemacht. Mit der Folge, dass wir leider kein Frühstück (das begann in dem resort schon um 5) mehr abbekommen haben.
Deswegen mussten wir uns mit knurrenden Mägen auf den Weg zum Supermarkt machen. nach erfolgreicher Erbeutung unserer künftigen Mahlzeiten (ja, Mittagessen und Abendbrot mussten wir auch sichern) haben wir dann ein ziemlich cooles Frühstück mitten in der Fußgängerzone gehabt. Bei strahlendem Sonneschein haben wir uns auf eine Bank gesetzt, im Hintergrund gechillte Musik, die aus einem Laden kam und in aller Seelenruhe ein gesundes Frühstück zu uns genommen (Orange + Birne + Taschenmesser + Joghurt - Löffel = eine unfassbare Sauerei).
Unsere Lust auf Sightseeing (soo viel gibts in Alice Springs ja auch nicht, den coolen Anzac Hill hatten wir ja schon hinter uns) war gering, wir haben sehr sporadisch dem Adelaidehouse (erstes Krankenhaus da) und dem Royal Flying Doctor Service einen Besuch abgestattet und uns dann zunächst auf Shoppingcenter mit Airconditioner beschränkt. 
Nachdem wir zufällig eine Art Gallery mit Aboriginekunst entdeckt hatten und da einfach mal reingegangen sind, war ich Feuer und Flamme und bin in jeden noch so kleinen Laden gestürmt, der ähnliches in sich hatte. Mich hat das total fasziniert, ein Paradies an kleinen und großen Kunstwerken. Um uns abzukühlen, haben wir bei McDonalds "Soft Serve Cones" gegessen, Kirmeseis für 0,5 Dollar. Großartig.
Den Tag haben wir dann im Pool abklingen lassen.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Meine Reise - Fotos

Uluru noch vor Sonnenaufgang
Ich auf dem Anzac Hill
Alice Springs vom Anzac Hill aus fotografiert

Meine Reise - Fotos

Ausblick
Garden of Eden
Julia und ich am Kings Canyon

Meine Reise - Tag 4

TAG 4: MONTAG, 19.10.09
Frühstück gabs diesmal länger, nämlich bis viertel vor 6. Dann wurde gepackt, und um 6.20 hieß es wieder einmal ab in den Bus, auf zum nächsten Abenteuer. 
Kings Canyon! Was das ist? http://de.wikipedia.org/wiki/Kings_Canyon_(Australien)
Die Wanderung, die wir dort gemacht haben, war vorallem zu Anfang recht beschwerlich, da es immer nur steil nach oben ging. Trotzdem hat es sich total gelohnt, die Aussicht war beeindruckend, die Hitze war vergessen, der Durst wurde mit Wasser, Wasser und Wasser gestillt. Miles hat uns rumgeführt und uns typische Pflanzen des Northern Territory gezeigt und wie sie verwendet werden können.
Wir waren im Garden of Eden, wo mitten unter den Felsen plötzlich Palmen und andere tropische Pflanzen wachsen und konnten dort an einem Wasserloch 5 Minuten die Beine hochlegen und unseren Appetit mit Keksen stillen.
Wieder im Bus war unser nächster Stopp ein kleiner Rastplatz mit Küche, an dem wir Chicken Burger bereitet haben, unsere letzte gemeinsame Mahlzeit. 
Ab halb 1 war dann die Rückfahrt angesagt, gegen viertel vor 7 waren wir auch wieder in Alice Springs.
Dort waren wir zwar zunächst im falschen Zimmer, aber da Missverständnis hatte sich schnell geklärt. Wieder ein 8Bett Zimmer, diesmal aber kein reines Mädchenzimmer. 
Miles hatte für halb 8 einen Tisch im Annie's reserviert, einem kleinen pub unweit vom Alicehaven. 
Dort konnte man zwischen versch. Gerichten wählen. Auf einem Zettel musste man ankreuzen, welches man wollte (z.B. Fish'n'Chips, Pizza Margherita) und dann 5 Dollar in eine Art Blumemtopf tun. Ich hatte mich zusammen mit Jennifer, einer Schwedin, für Thai Curry entschieden. Keine gute Wahl wie sich herausstellte. Das einzige Gemüse, das ich darin gefunden habe, war Blumenkohl (mhhh lecker :D) und das ganze war unfassbar scharf. Aber wir waren tapfer.
Nach 2 Stunden sind die meisten wieder gegangen, auch Julia und ich haben uns zusammen mit einigen anderen auf den Weg gemacht.

Meine Reise - Fotos

Sonnenaufgang am Uluru. Im Hintergrund links Kata Tjuta
Der Beweis, dass ich auch tatsächlich da war
Malerei der Ureinwohner am Uluru

Meine Reise Tag 3

TAG 3: SONNTAG, 18.10.09
Dieser Tag begann früh, zu früh. Nämlich um 4.10. Zumindest für die anderen. Ich hab das Wecken leider verschlafen (ehrlich, ich hab nichts mitbekommen), deswegen begann der Tag, obwohl noch immer zu früh, deutlich zu spät. Mit 20minütiger Verspätung (Frühstück sollte es bis viertel vor 5 geben) bin ich also aufgestanden und auf dem Weg zu den Waschräumen bedingt durch Dunkelheit, fehlender Taschenlampe und Ungeschicklichkeit gegen einen Zaun gelaufen, was mein Wohlbefinden nicht unbedingt steigerte und außerdem zu einer offenen Stelle an meinem Schienbein führte. Tragisch, tragisch. 
Mein Frühstück war recht knapp, für mehr als 2 Scheiben Brot reichte die Zeit nicht, und da ich noch etwas trinken wollte, habe ich mir noch schnell die Zunge am sehr heißen Tee verbrannt. Ein gelungener Start also.
Um 10 nach 5 gings dann wieder los mit dem Bus, ab zum Ayers Rock (oder Uluru, wie er jetzt offiziell als Eigentum der Eingeborenen heißt), den Sonnenaufgang genießen. Natürlich auch wieder mit Massen von Menschen, umgeben von einem Blitzlichtgewitter tausender Kameras.
Im Anschluss an dieses Highlight (ja, das war es, trotz Müdigkeit) gings dann einmal um den Felsen rum. 
Eigentlich hätten wir auch die Möglichkeit gehabt, ihn zu besteigen, aber Miles hat uns beschworen, das aus Respekt vor der Kultur der Eingeborenen nicht zu tun und allen, die es vorhatten (ich hätte es nicht gemacht), hat das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht, wegen zu starken Windes war der Aufstieg geschlossen.
Der Weg misst etwa 10 km. An einigen Stellen kann man nah an den Uluru ran, z.B. bei interessanten Höhlenmalereien. An vielen Stellen ist es verboten, Fotos zu machen (die Beschilderung war etwas irreführend, man war sich nie so ganz sicher, ob man sich in einer Zone befand, in der es erlaubt ist oder nicht), weil dort dann spirituelle Stellen sind.
Ab und an waren Schilder aufgestellt, welche Bedeutung der Berg an dieser oder jener Stelle hat mit den jeweiligen Erzählungen.
Nach dem Großteil der Strecke haben wir uns dann mit Miles getroffen, der uns durch den Rest der Strecke geführt hat. Unter anderem hat er uns eine Höhle gezeigt, die als Krankenhaus genutzt wurde oder eine Koch- und Schlachtstelle, an der das Blut besonders gut abfließt, Informationen, die wir sonst nicht gehabt hätten. 
Außerdem hat Miles uns von verschiedenen Gesetzen der Aborigines erzählt und deren (sehr schmerzvollen) Einführung in die Gemeinde.
Mich hat das ziemlich beeindruckt zu erfahren, welche Bedeutung wirklich dahintersteckt.
Das Wissen konnten wir anschließend im Cultural Centre (11:00-11:45) noch vertiefen, in dem wir aber auch keine Fotos machen durften.
Dort fand sich ein sog. "Sorrybook". Viele Menschen haben als Andenken an ihre Reise zum Uluru ein Stück von dem Felsen mitgenommen. Seit diesem Zeitpunkt ist ihnen viel Unheil widerfahren.
In dem Sorrybook sind Briefe, die diese Erlebnisse erzählen und die Menschen bitten um Verzeihung und schicken das entsprechende Stück Fels zurück.
Weiter gings, wieder zum Camp, Lunch wie am vorangegangenen Tag. Das Camp musste gesäubert werden, wir würden nicht mehr zurückkommen.
Gegen halb 2 gings dann weiter, ein kurzer Abstecker zu einem Lookout für den Mt Conner (auch ein großer Felsen mitten im Nichts), den wir aber nur von weitem gesehen haben.
An dem Lookout hatten wir auch die Möglichkeit (weil kein National Park), rote Erde als Andenken mitzunehmen.
Das Programm war für den Tag beendet, ohne Stress oder straffen Zeitplan gings weiter, für mich schlafend, bis ich gegen viertel vor 4 von Gehupe geweckt wurde und Miles mit 2 Männern auf der Straße sprach, die dort mit ihrem Auto die Straße blockierten. Nachdem er sich versichert hatte, dass sie keine Panne hatten, meinte er: "Keep away from street. Very busy hours. You will die!"
Ein kleines Highlight des Tages war die Rast in King's Creek, wo wir alle einen Milchshake (der ein oder andere auch einen Kamelburger) zu uns genommen haben. Endlich waren wir mal wieder in einer Art kleinem Dorf, endlich wieder Menschen. 
Um viertel nach 6 sind wir in unserer Unterbringung für diese zweite Nacht angekommen, dem Kings Canyon Resort. Das war diesmal wirklich mitten im Nichts, nicht mal eine Straße gabs. Miles hat das dennoch genutzt, um mal ordentlich Gas zu geben und so kamen wir gut durchgeschüttelt, an. Auf unser Abendessen (Spaghetti à la Outback) mussten wir diesmal recht lange warten, währenddessen haben Julia und ich uns mit 4 taiwan girls über die kulturellen Unterschiede ausgetauscht und ich konnte mit meiner Fähigkeit glänzen, auf mandarin bis 10 zählen zu können. 
Der Abend klang mit Nachtisch (eine Mischung aus Müsli mit warmen Aprikosen und dazu Vanillesauce) am Lagerfeuer aus. Die Nacht wurde wie gehabt im swag und Schlafsack verbracht, hallo Sterne.
Um 10 Uhr ging das Licht aus, schnell war ich eingeschlafen. Vorher hatte ich mir diesmal aber noch den Wecker gestellt (5 Uhr...).

Meine Reise - Fotos

Ausschnitt der Olgas
Panorama der Olgas
Julias und mein Kamelritt früh morgens

Meine Reise - Tag 1 + 2

Ich bin wieder zurück!
Nach meinem Abstecher ins Northern Territory vom 16. bis zum 21.10.09 melde ich mich nun mit Details der Tour. Während der Fahrt im Shuttle, waährend Busfahrten und Flugzeiten oder in unserer Unterkunft habe ich mich bemüht, alles Geschehene mit Hilfe von Stift, Papier und Handy festzuhalten, sodass ich möglichst alles erzählen kann.

TAG 1: FREITAG, 16.10.09
Ich habe von Donnerstag auf Freitag bei Julia geschlafen, von dort aus sollte uns am Morgen der Northside Shuttlebus zum Flughafen bringen. Donnerstag Abend meldete sich Dave, unser Fahrer, und sagte, dass die Tour recht voll sein würde. Weil er noch viele andere Menschen auf dem Weg zum Flughafen abholen müsse, wäre er schon um 6:35 da.
Hieß also für Julia und mich: früh aufstehen.
Nachdem wir die erste Hürde erfolgreich bewältigt hatten und Dave auch pünktlich da war, konnte ich den verlorenen Schlaf nachholen bis wir schließlich gegen 8:15 am Flughafen waren.
Es folgte ein "Quick Check-Inn" am Automaten, danach mussten wir uns trotzdem noch anstellen, um unser Gepäck aufzugeben. Alles verlief reibungslos.
Mit Quantas sind wir dann knapp 3 Stunden ins Red Centre Australiens geflogen, unter uns die weite Wüstenlandschaft, überall nur rot, soweit das Auge reichte.
Der Flughafen Alice Springs' ist denkbar klein (er wird auch nur von einer Fluggesellschaft angeflogen), aber sehr gemütlich. Schon hier wird die Nähe der Aborigines-Kultur deutlich. Er ist ausgelegt mit Teppichen mit traditionellen Mustern, bunten Punkten, Bumerangs.
Empfangen wurden wir von einer älteren Dame, die freiwillig Gäste begrüßt, visitor guides verteilt und über die Umgebung informiert.
Nachdem wir unser Gepäck hatten, sind wir zu einem Mann gegangen, der unübersehbar ein Schild mit dem Logo unseres Resorts "ALICE HAVEN" in der Hand hielt.
Dort angekommen (ca. 15 Minuten Fahrt) wurde uns Zimmer Nr.1 im Erdgeschoss zugeteilt, 8 Betten, aber keines belegt.
Alice Haven liegt etwa 5-10 Minuten zu Fuß von der Innenstadt von ALice Springs entfernt, hat einen Pool, Küche, Internetzugang, TV-Möglichkeit. Die Zimmer waren mit 4 Hochbetten ausgestattet, hatten alle ein Bad.
Wir mussten schnell noch bei AdventureTours, unserem Reiseveranstalter anrufen, um die Tour zu bestätigen, haben dann dem Pool einen Besuch abgestattet (es war soo warm!), dann gings auf Erkundungstour.
Alice Springs ist nicht unbedingt die hübscheste Stadt, überall Beton, aber Julia und ich kamen zum ersten Mal in Kontakt mit den Ureinwohnern Australiens. Sie waren überall. Auf Bänken, in Parks, im Schatten von Bäumen zum Schlafen...
Es gibt eine schön gestaltete Straße (Todd St), in der eine Menge Ausstellungen von Aboriginekunst sind und ein Shoppingcenter, aber ansonsten ist dort nicht sehr viel los.
Den Sonnenuntergang haben wir dann auf dem Anzac Hill genossen, auf dem ein Denkmal für Soldaten des 2. Weltkriegs steht, von dem aus man auch einen beeindruckenden Blick über die ranges hatte.
Wieder im Alice Haven angekommen, war unser Zimmer dann doch voll, aber in Anbetracht der Tatsache, dass wir am nächsten Tag wieder früh aufstehen mussten, weil unsere Tour startete und es den anderen ähnlich erging, war abends nicht mehr viel los.

TAG 2: SAMSTAG, 17.10.09
Der Tag begann erneut früh, nämlich um 5:15 Uhr (Alice Springs Zeit, Unterschied zu Sydney beträgt 1,5 Stunden).
Pünktlich um 6:10 Uhr stand unser tour guide, Miles, plötzlich in unserem Zimmer und holte uns ab. Schnell wurde das Gepäck in einem Anhänger verstaut, dann gings los. Insgesamt 13 Leute waren im Bus und unser erster Stop war von 7:50-8:10 eine Camel Farm, auf der wir auf Kamelen geritten sind. Eine wackelige, aber amüsante Angelegenheit, wenn man darauf bedacht ist, auf den Fotos, die gemacht wurden, einen halbwegs glücklichen, und nicht erschrockenen Anblick abzugeben. Vorallem, als unser Kamelführer plötzlich losgerannt ist, fiel das Halten im Sattel schwer.
nach diesem kurzen Abstecher gings mit dem Bus weiter, zur Auflockerung der Atmosphäre und zum Kennenlernen der Mitreisenden (alle so bis Mitte 20, einer älter) begann dann das sog. Speeddating, bei dem man neben 6 der Leute für jeweils ca. 10 Minuten gesetzt wurde, um die wichtigsten Sachen abzuchecken. (Name? Woher? Warum in Australien? Alter? Was schon gesehen?) Leider war die Musik ein bisschen zu laut (für meinen Geschmack), so dass man sich anschreien musste. Außerdem musste man halt jedem immer das Gleiche erzählen, denn die Variation der Fragen war nicht sehr groß. Trotzdem wars ziemlich witzig und hat auch seinen Zweck erfüllt.
Mit gelöster Stimmung gings dann nach Erlunda (9:30-9:45), wo eigentlich nicht sehr viel los war. Die Möglichkeit der Benutzung von Sanitäranlagen war gegeben und außerdem standen da aus Metall riesige Tiergebilde (Igel und Drache, wenn ich mich nicht sehr täusche), aber das wars.
Gegen halb 12 haben wir dann noch mal einen Stopp mitten auf der Straße gemacht, um Feuerholz für die Nacht zu suchen. Dabei galt: feste Schuhe an und wenn der Stock sich bewegt, fallen lassen.
Die Aussicht auf der Strecke war ziemlich karg. Es war beeindruckend, wie viel Land nicht genutzt ist. Da ist eine Straße, auf der man sich befindet und drum herum ist NICHTS. In Deutschland kommt wenigstens ab und an mal ein kleines Dorf, oder ne Kuh oder ein Fluss, irgendwas lebendiges jedenfalls.
Nichts bedeutet in diesem Fall: rote Erde soweit das Auge reicht, halbvertrocknete Bäume darauf und ab und an mal ein totes Känguruh, umkreist von Geiern, Vorboten des Todes.
Das Feuerholz wurde auf unseren Anhänger geladen, weiter gings nach Court Springs, wo aber nichts los war. 
Um 1 Uhr sind wir dann im Ayers Rock Resort, Yulara, angekommen. Es ist ausschließlich dazu da, Touristen zu beherbergen und hat, wenn ich das richtig verstanden habe, etwa 2000 Einwohner, die nur dazu da sind um für die Hotels, Campinganlagen etc. sorgen. Es ist die 5. größte Stadt im Northern Territory. So viel dazu.
In unserem Camp (es ist ein dauerhaftes Camp von AdventureTours) haben wir dann Lunch gegessen, Sandwiches. Dazu haben einige verschiedene Gemüsesorten kleingeschnitten, es gab Wurst, Käse, Mayo, andere Saucen, das typische Weißbrot, Rotebeete, Mais... Jeder hat sich sein Sandwich selbst designed und nach der lange Fahrt tat es ziemlich gut, was zu essen. Allerdings hätte ich auch gut noch etwas mehr essen können. Nach dem Abwasch gings los zu den Olgas (Kata Tjuta). 
Wikipedia sagt dazu:

Die Kata Tjuṯa (die Olgas) sind eine Gruppe von 36 Inselbergen in Zentralaustralien ca. 51 km entfernt von dem Ort Yulara. Gemeinsam mit dem 30 km entfernten Uluṟu (Ayers Rock) bilden sie den Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalpark. Der höchste Fels ragt 564 m aus der Umgebung heraus (1.069 m). Kata Tjuṯa bedeutet in der Anangu-Sprache viele Köpfe.

Die Kata Tjuṯa wurden von ihrem europäischen Entdecker Ernest Giles nach der Königin Olga von Württemberg die Olgasgenannt. 1995 wurden sie offiziell wieder in Kata Tjuṯa umbenannt.

Die Kata Tjuṯa sind vor ca. 500 Mio. Jahren gemeinsam mit dem Uluṟu entstanden und sind mit diesem unterirdisch verbunden. Im Gegensatz zum kompakten Uluṟu bestehen die Kata Tjuṯa aus einem grobkörnigen Konglomerat aus Granit,Gneis und weiterem vulkanischen Gestein, welches die Verwitterung in einzelne Kuppen begünstigte.

Die Kata Tjuṯa sind den Anangu heilig. Ihnen wird Schöpferkraft aus der Traumzeit zugesprochen. Die Kata Tjuṯa werden von den Anangu-Männern für Rituale gebraucht. Der Zutritt für Touristen ist deshalb äußerst eingeschränkt. Ein einzelner Wanderweg im Valley of the Winds ist der Öffentlichkeit zugänglich (die Rundwanderung dauert je nach Wandertempo drei bis fünf Stunden). Ein weiterer kurzer Wanderweg führt vom Besucherparkplatz als Sackgasse zwischen zwei „Köpfen“ entlang (Hin- und Rückweg in ca. 30 min bis 1 Std.)


Besagten Wanderweg "Walley of the Winds" sind wir dann auch gegangen, wir waren etwa bis halb 6 unterwegs.

Auf dem Weg haben wir 2 Lookouts passiert, Ausgangspunkt zahlreicher Fotos. Um uns herum waren nur rote Berge (rot wegen der Oxidation) mit teilweise beeindruckenden Formationen, der Weg war vorallem wegen der Hitze etwas schweißtreibend, aber trotzdem gut zu bewältigen. Miles hat uns an einem schattigen Plätzchen die Entstehung dieser Felsformationen erklärt, aber ich hab zugegeben nicht alles verstanden. 

Nach diesem ersten Eindruck gings wieder in den Bus, denn wir wollten den Sonnenuntergang um 6:50 am Uluru natürlich nicht verpassen.

Wir waren allerdings nicht die einzigen, die diesen Plan hatten uns so konnten wir in einer gigantischen Menschenmasse (germans everywhere!!) ein Lichtspektakel erleben. Der Himmel hinter dem Uluru färbt sich wie in Regenbogenfarben und im Vordergrund ist dieser riesige Berg mitten im Nichts.

Trotzdem waren wir froh, danach wieder im Camp anzukommen, denn der Hunger war von den Anstrengungen des Tages groß. Aus Gemüse, Hähnchenfleisch und Nudeln hat Miles mit unserer Mithilfe auf dem barbecue ein köstliches Durcheinander gezaubert, von dem wir gar nicht genug bekommen konnten.

Während des Essens hat er uns mit dem swag (australisches Bett für Camper mit weichem Untergrund. etwas größer als ein Schlagsack, der darein gelegt wird) vertraut gemacht und uns die Pläne für den nächsten Tag erklärt.

Die Toiletten und Duschen auf dem Campingplatz waren total sauber und gepflegt und nachdem wir uns den Staub des Tages abgewaschen hatten und uns am Lagerfeuer gewärmt hatten, gings in unseren swag. 

Mit nichts über unseren Köpfen als dem Himmelszelt (die Sterne waren so cool. Dadurch, dass nirgendwo Stadtlicht war, konnte man alle sehen) sind wir dann eingeschlafen.


Dienstag, 13. Oktober 2009

Die letzten Tage 2

Es geht weiter :)

Den letzten Freitag Abend (9.10.09) habe ich bei Julia verbracht, ihre Gastmama (Iris) ist aus dem Urlaub wieder gekommen, wir haben die ganze Zeit mit ihr verbracht, sie hat uns Fotos (nicht nur von dem Urlaub, sondern grundsätzlich ihre Australienerfahrungen) gezeigt und wir haben uns unterhalten. Fazit des Abends: Ich kenne kaum Parfums... Julia und Iris haben die ganze Zeit gefachsimpelt (ich weiß nicht, wie wir darauf gekommen sind) und ich war froh, wenn ich die Hersteller kannte :D
Freitags war dann erst von Uwes Geschäftspartner die Frau mit ihrem au pair (aus Frankreich in der Nähe von Kiel), Julie, da, wir haben uns auf englisch unterhalten (mir wäre ja französisch doch irgendwie lieber gewesen).
Danach war ich mit Julia bei Erika und wir haben unseren Novemberaufenthalt gebucht (4.11. - 17.11. in Cairns und Byron Bay), im Anschluss daran waren wir noch in der Warringahmall, die letzten Einkäufe für Alice Springs erledigen.
Abends habe ich dann bei Julia geschlafen, nachdem wir einen DVD-Abend mit Killian und Leon gemacht haben (Home Alone 3 und Breakfast at Tiffany's, wobei ich vom letzten Film kaum mehr was mitgekriegt habe - Sekundenschlaf wie im Relliunterricht.). Julia ist stolze Besitzerin einer Heizdecke, auf die ich bei den Temperaturen der letzten Woche sehr neidisch war. 
Sonntags gings dann mit Uwe los in Richtung Olympic Park, da er bei den World Mastes Games (nachempfundene olympische Spiele für über 35-jährige) Golf für Australien spielt.
Der Olympic Park ist meines Erachtens zeimlich unspektakulär, er ist einfach nur groß. Natürlich ist es gepflegt, wie alles andere hier. Aber ansonsten ist da nur Beton.
Das Stadion sieht von weitem ziemlich cool aus, es ist so gebogen, aber aus der Nähe kann man das nicht erkennen.
Nachdem wir alles ein bisschen erkundet hatten, begann gegen halb 6 die opening ceremony mit einer Vorstellung der Polizeikapelle von NSW. Musikmäßig hatten dies voll drauf, leider war die Lautstärke nicht hoch genug, um eine so große Fläche mit genug Stimmung anzustecken.
Danach sind die Sportarten (immerhin 95), die bei den world masters games vertreten sind, in alphabetischer Reihenfolge einmarschiert (das hat lange gedauert), im Anschluss daran war noch entertainment mit verschiedenen australischen Stars, einer Aborigines-Vorführung und (sehr ergreifend) der australischen Nationalhymne, einmal in der Sprache der Eingeborenen, einmal auf englisch, bei der wir aufgefordert wurden, uns hinzustellen. Uwe hat hinterher erzählt, dass das schon ein besonderes Ereignis gewesen sein, dem wir beiwohnen durften, da die Aborigines das wohl sonst nicht so machen.
Es gab ein sehr (!) kleines Feuerwerk (die Australier stehen auf Feuerwerke, weil sie die ja wegen der Buschbrandgefahr selber nicht machen dürfen) und Ansprachen durch versch. wichtige (?)  Leute (Organisatoren, Politiker...). Als einer der NSW-Regierung was sagen sollte, wurde der erstmal ausgebuht. Schien nicht so der Beliebsteste gewesen zu sein.
Julia und ich mussten leider feststellen, dass wir nicht sehr bewandert sind, was die Fahnen der Nationen angeht, haben uns aber nett mit meiner Sitznachbarin unterhalten.
Übrigens macht bei den WMG auch Kronprinz Frederik von Dänemark mit (Sailing), den haben wir aber nicht gesehen.
Montag abend hab ich mich dann mit einer aus dem Internet getroffen, Theresa. Ich hatte sie beim studiVZ gefunden in einer au pair in Sydney-Gruppe und einfach mal angeschrieben. Sie wohnt nicht weit von hier (da ungefähr, wo wir Miles' Taufe gefeiert haben), weswegen wir uns spontan im Mona Vale Hotel (alle pubs heißen hier hotel, weil man früher nur in hotels Alkohol ausschenken durfte..) getroffen haben. Weil die aber gegen 10 zugemacht haben, waren wir im Anschluss noch bei ihr zu Hause. Sie ist Besitzerin eines eigenen Autos und lebt bei ihrer Familie im Luxus (4 Autos, eigener Tennisplatz, gigantisches Haus).


Freitag gehts also los nach Alice Springs, ich schlafe morgen bei Julia, weil wir von da aus mit dem Shuttelbus abgeholt werden. Außerdem wollen wir uns morgen vorher noch China Town angucken und in Paddy's Market gehen, eine großen Markthalle. Ich bin gespannt.


Liebe Grüße also nach Deutschland, ich hoffe, ich habe nichts vergessen und danke allen Lesern, die die Dürreperiode bzgl. Blogeinträgen ausgehalten haben und trotzdem noch lesen.

Die letzten Tage

Nachdem ich meinen Blog in letzter Zeit ja sträflich vernachlässigt habe (Schande über mein Haupt) kommt nun eine Zusammenfassung der letzten Zeit.
Damit seid ihr dann zwar nicht mehr up-to-date, aber immerhin ein bisschen informiert.

Zur Zeit sind hier Schulferien (diese Woche noch und letzte Woche), was für Julia ein straffes Entertainmentprogramm für ihre Jungs bedeutete.
Ich hab mich einfach eingeklingt und so folgendes gesehen.
Taronga-Zoo (Dienstag, 6.10.09): Der Zoo liegt nicht direkt in der City, sondern auf der anderen Seite der Harbourbridge. Es ist einer der schönsten Zoos, die ich je gesehen habe. Er hat einen guten (vielleicht den besten?) Ausblick auf Sydney, die Skyline, die Brücke... 
UND auch die Tiere sind zahlreich vorhanden. Wie mir das auch schon beim Aquarium aufgefallen ist, sind wirklich überall die Tiere drin, die auch durch Schilder angepriesen werden. Die Gehege sind sehr liebevoll gestaltet, dort, wo nur ne Wand ist, ist der ursprüngliche Lebensraum der Tiere aufgemalt. 
Einige Tiere (vorallem Vögel) laufen frei herum, leider waren wir zu langsam, um einen wunderschönen Pfau zu fotografieren.
Highlights waren auf jeden Fall die Seehund- und die Vögelschau, die wir bei einem Eis und strahlendem Sonnenschein genießen konnten.
Das Powerhousemuseum: Ein Museum mit wechselnden, teils coolen, teils eher langweiligen  Ausstellungen in der Nähe des Darling Harbour, gelegen in einem ehemaligen Kraftwerk (wie der Name ja auch nahe legt). 
Was konnten wir sehen? Ziemlich gut waren eine Ausstellung über den Verbrauch und die Verschwendung eines durchschnittlichen australischen Haushalts; das Artefact H10515, ein künstlich geschaffenes Lebewesen, das auf Monitoren lebt und mit Hilfe von Computern gefüttert wird (kann man da dann auch machen); eine Ausstellung über das Leben als Blinder (welche Möglichkeiten gibt es, ein annehmliches Leben zu führen, wie nehmen Blinde ihre Umgebung wahr, was für Möglichkeiten bietet die Zukunft?); die Darstellung unseres Universums mit Hilfe beeindruckender Fotografien und Modellen; eine Ausstellung verschiedener Maschinen mit künstlicher Intelligenz (Roboter^^) und etwas, das sich design across the time nannte. Dort waren verschiedene Klassiker aus allen Lebensbereichen ausgestellt, außerdem wichtige australische Erfindungen.
Nicht sehr aufregend war z.B. eine Ausstellung über mazedonische Schürzen oder über Musikinstrumente (ungefähr 20 Streichinstrumente, that's it). 
Man konnte auf jeden Fall ne Menge Zeit darin verbringen und ich hab mich gut unterhalten gefühlt.
Einen Tag waren wir auch noch mit Killian und Leon im Kino in der Warringah-Mall und haben uns in 3D den Disneyfilm G-Force (Hamster retten die Welt, Ende der Story) angeguckt.

Gerade bin ich dabei, auf Miles aufzupassen, der wacht aber gerade auf, weswegen ich mich jetzt um ihn kümmern werde und den Rest wann anders fertig stellen werde...

See ya!

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Gute-Laune-Getraenk

Etwas, das jetzt definitiv mal erwaehnt werden muss, ist mein neues Lieblingsgetraenk: warmer Kakao mit Marshmallow.
So gehts:
Eine Tasse mit Milch fuellen, Rand von etwa 1,5cm lassen.
Mikrowelle auf 1 min 20 sek stellen (ich glaube, diese hier hat 1100 Watt). Milch rein, nach ca. 20-25 Sekunden wieder rausnehmen, Vanillemarshmallow rein. Die restlichen 55-60 Sekunden abwarten, aufpassen, dass der Marshmallow nicht so aufgeht, dass er ueberquillt (Sauerei!).
Dann die Tasse aus der Mikrowelle befreien und 3 grosszuegige Loeffel Nesquik einruehren.
Fertig.

War heute mit Julia am Strand und im Wasser (kalt, aber geil) und abends habe ich gekocht.
Gab Frikadellen (leider habe ich heute erfahren, dass Michi kein Hackfleisch mag, bloed, dass ich fast nur Gerichte mit Hackfleisch kann) mit Kartoffeln aus dem Backofen, auf die gekochte Moehren, Orangen und Knoblauch gestreut waren.
Hat wunderbar geklappt, leider ist Uwe beimPokern gewesen...
Morgen: Reisebuero mit Julia (mal wieder).

Dienstag, 29. September 2009

Julias Geburtstag - 29. September 2009

Gestern hatte Julia Geburtstag.
Anlaesslich ihres Alterns habe ich so am Montag Abend mit Franzi Kuchen gebacken.
Sie sollte mir erstmal helfen, alle Zutaten zu finden, die ich fuer den Mandarinenkuchen brauchte, waehrend ich noch mit Abraeumen des Tisches beschaeftigt war. Sie hat es sich aber nicht nehmen lassen, schon mal mit dem Teig anzufangen.
Was soll ich sagen? Es wundert mich nicht sehr, dass die letzten beiden Kuchen nach hinten losgegangen sind.
Irgendwann fiel ihr naemlich auf, dass sie vielleicht 100 Gramm zu wenig Mehl im Teig hatte. Ausserdem brachte man fuer den Teig 6 Eier, nicht nur 6 Eigelb. Das Eiweiss (,das leider schon im Abfluss verschwunden war,) sollte man hinterher unter den Teig heben. Der Teig hatte zu dem Zeitpunkt eine aeusserst merkwurdige Konsistenz, er nahm die heisse, geschmolzene Butter nicht auf.
Gott sei Dank hatten wir noch 6 weitere Eier, von denen diesmal das Eigelb im Ausguss gelandet ist, mit deren Hilfe der Teig aber eine halbwegs normale Form annahm.
Mein Part beschraenkte sich auf das Abgiessen und Auffangen des Mandarinenwassers und dem Verteilen der Mandarinen auf dem Teig, der auf einem Backblech bereits ausgebreitet war.
Ab in den Ofen und backen, anschliessend wurde der Kuchen mit dem Mandarinenwasser uebergossen. Er schwamm quasi darin, ich hatte etwas Sorge, dass er eine reine Matsche werden wuerde.
Gestern morgen bin ich, nachdem ich mich hier soweit fertig gemacht hatte, mit dem Bus nach Mona Vale gefahren, habe einzelne Kleinigkeiten im ansaessigen Supermarkt gekauft und war kurz im Flightcenter bei Erika, um mich danach am Strand mit Julia zu treffen.
Wir haben ein Geburtstagsstrandpicknick gemacht, das Wetter spielte mit. Es gab alles, was das Herz so begehrt, Cola, Kuchen (der uebrigens ziemlich lecker war), Weingummi, Marshmallows, Schokolade.
Am Strand haben wir dann 3 nette Jungs kennen gelernt, Nick, Taylor und Matt. Sie waren da surfen und offensichtlich an uns interessiert...
Zum Kuchenessen und zum Leidwesen der Jungs, sind wir dann zu Iris gegangen, begleitet von den Pfiffen der Jungs. Iris hatte Schwarzwaelderkirschtorte gemacht, lecker aber auch sehr maechtig.
Wir haben ein bisschen mit ihr gequatscht, uns ueberlegt, was wir abends in Sydney machen koennten und kurze Zeit spaeter, Julia hat noch mit ihren Eltern telefoniert, gabs auch schon Abendbrot, den von Julia gewuenschten Schweinebraten mit Kloessen, leider ohne Sauce. Dazu gabs Salat, Sekt und statt der Sauce erwaermte Zwiebelmarmelade. Das war eigentlich sogar ziemlich lecker.
Iris hat uns dann noch das Kreuz des Suedens gezeigt, ein Sternenbild, das nur auf der suedlichen Halbkugel zu sehen ist.
Julia und ich haben uns dann fertig gemacht, d.h. warm angezogen und sind zum Bus gegangen. Mit dem L90 Richtung Sydney City, aber ohne richtigen Plan, was wir tun wollten. Wir sind am Queen Victoria Building ausgestiegen und zum Darling Harbour gegangen, wo wir zwar einen Crepe gegessen haben (ich mit belgischer Schokolade, Julia, weil keine Butter mehr da war, mit Zucker und viiiiel Eis), aber wo eigentlich nichts los war. Einmal sind wir auf gut Glueck der Musik gefolgt und auf Ball einer Abschlussklasse gelandet.
In der Hoffnung, mehr Nachtleben oder wenigstens eine anstaendige Bar zu finden, sind wir dann die Pitt und die George Street entlang gewandert, leider ohne Erfolg.
Vereinzelt vorbeilaufende Passanten haben zugegeben, dass ein wirkliches Nachtleben leider nur am Wochenende stattfindet.
So haben Julia und ich dann bereits um halb 12 (um 12 waere eh der letzte Bus gefahren, danach wieder ab halb 6) den Bus nach Hause genommen, gegen viertel vor 1 war ich zuhause.

Was habe ich sonst so in den letzten Tagen gemacht?
Sonntag war ein reiner Gammeltag, Montag ein Haushaltstag, Essen machen, Waesche waschen, aufhaengen, falten, Sport, Naegel lackieren, Emails schreiben, was halt so anfiel.
Den Dienstag habe ich oben beschrieben, heute habe ich einige Sachen fuer kuenftige Reisen geplant, Erika Emails geschickt, und passe z.Z. auf Miles auf, der aber friedlich schlaeft.

Samstag, 26. September 2009

Miles Taufe - 26. September 2009

Michi und Uwe haben letzte Woche, waehrend eines Essens mit ihrem Geschaeftspartner, beschlossen, Miles mit den Kindern der Familie des Geschaeftspartners taufen zu lassen, eine Woche spaeter. Also heute.
Vorab waren meine Infos dazu: normaler Kleidungsstil, Kirche beginnt um 12 Uhr, danach Lunch.
Da Franzi, Uwe und Michi sich aber schon etwas schick gemacht hatten, habe ich mich heute Morgen dann doch kurzfristig gegen kurze Hose und T-Shirt und fuer Bluse und Jeans entschieden.
Wir sind schon etwas frueher losgefahren, so gegen 11 vielleicht, da noch einige Formalitaeten geklaert werden mussten.
Die Kirche selber war ein einstoeckiges Gebaeude aus Holz ohne Verzierungen irgendeiner Art. Keine Kirchenfenster, altertuemlichen Konstrukte, nichts. Weder von innen noch von aussen.
Nachdem wir die Verwandschaft von David (das ist Uwes Geschaeftspartner) kennengelernt hatten (eine grosse Familie, die halt neben Miles alleine drei Taeuflinge gestellt hat), haben wir uns auf Plastikstuehlen nieder gelassen. Die Gemeinde bestand auch nur aus Angehoerigen von Davids Familie, uns und Miles Pate samt Frau.
Der Altar war etwas erhoeht aufgebaut, mehr ein Tisch mit Kerzen und Wasser.
Diese Taufe wurde also nicht wie bei uns in einem normalen Gottesdienst abgehalten, sondern wurde mehr oder weniger ausserhalb arrangiert.
Alles lief total locker ab, der Pfarrer hat erstmal waehrend dieses Gottesdienstes die Familien gefragt, auf welchen Namen die Kinder getauft werden. Miles Philip. (Michi findet die Vorstellung klasse, dass spaeter mal irgendwo Doctor aem pi Baeckes steht.)
Wir haben ab und zu mal gebetet, einmal das Vater unser (haette ich mir auf englisch mal vorher durchlesen sollen. Habe fuer mich auf deutsch gebetet), und ansonsten war da nichts. Kein Gesang, kein Aufstehen, keine wirklichen Fuerbitten, nichts. Am Ende mussten Familien, Taeuflinge und Paten noch mal nach vorne, den Taeuflingen wurde dabei dann Wasser ueber den Kopf gegossen. Nicht son bisschen wie bei uns. Die haben richtig was aus ner Kanne uebern Kopf geschuettet gekriegt. Miles hat geschrieen.
Nach der Zeremonie sind wir zu dem Haus von Davids Vater gefahren, es ist riesig und sehr luxurioes. Ich glaube, er war Unternehmensberater oder so. Dort haben wir Champagner geschluerft, uns mit Haeppchen vollgestopft und gefroren. Es war unheimlich kalt in dem, was ich anhatte, es ging aber allen so. Gott sei Dank hat der Champagner mich etwas von innen gewaermt.
Das Catering war super. Zunaechst kleine Fruehlingsrollen mit Dipp, dann so eine Art Roesti mit Roast Beef (mein Favorit), Blaetterteig mit Kaesefuellung und karamellisierten Zwiebeln, Blaetterteig mit einer Eifuellung, zwischendurch immer mal wieder gewoehnliche Wuerstchen mit Ketchup. Die Haeppchen kamen im Abstang von etwa 10 Minuten und waren definitiv das Highlight. Danach gabs noch fuer jeden eine Portion Chicken mit Sate Sauce und Reis und wer dann noch nicht genug hatte, konnte noch Fish 'n' Chips haben.
Ich hab mich mit einer aelteren Dame unterhalten, die urspruenglich aus Deutschland kommt, aber schon seit 1961 in Australien lebt und mit der Frau von Miles' Paten.
Insgesamt wars da aber nicht so spannend muss ich sagen und irgendwann hat Uwe Franzi und mich nach Hause gebracht.
Von dem Champagner war ich unheimlich muede, so dass ich den groessten Teil des Tages im Wohnzimmer verbracht habe.
Gerade passe ich auf Miles auf, der friedlich schlaeft, morgen fahre ich mit Franzi in die Mall. Abends backen wir Kuchen, den Franzi anlaesslich ihres Geburtstags noch mit in die Schule nehmen muss. Hoffentlich erwartet sie nicht wieder etwas so kompliziertes...

Freitag, 25. September 2009

Mein Tag in Mona Vale und mein erstes Rugbyspiel - 25. September 2009

Heute mittag bin ich mit dem Bus nach Mona Vale gefahren, Julia und ich wollten an den Strand. Aber wie das Leben so spielt, wurde daraus nichts. Kurz bevor ich an der Bushaltestelle angekommen bin, klingelte mein Telefon. Ich hatte den Ipod noch im Ohr und mein handy war ganz unten in der vollgepackten Tasche, dass ich nicht rechtzeitig dran kam. Es war eine australische Nummer und ich dachte, dass es vielleicht die Nummer von Uwes Firma sein koennte, die ich nicht eingespeichert habe. Denn kaum einer hat die Nummer hier... Ich hab also auf gut Glueck zurueckgerufen. Eine Frau. Auf Englisch. Wer konnte das sein? Sie hat sich vorgestellt, aber da ich an der Pittwater Road (zur Erinnerung: sechsspurige Schnellstrasse, also laut) war, habe ich nichts verstanden. Also: "Sorry?" und sie: "Is this Jana? Here is Erika." Das Reisebuero! Sie hat mir was erzaehlt, aber wie gesagt, es war laut und die Verbundung war schlecht. Das wohl wichtigste habe ich aber mitbekommen, Julia und ich solllten mal vorbeikommen. Ich hab ihr gesagt, dass ich eh auf dem Weg nach Mona Vale bin.
Bei Julia angekommen haben wir zunaechst Obstsalat gemacht, waehrend Iris cones gebacken hat. Der Obstsalat bestand aus Passionsfrucht, Orangen, Birne, Ananas, Granatapfel, Banane.
Bevor wir zum Reisebuero gehen wollten, haben wir noch cones mit so einer Art Quark und Erdbeermarmelade gegessen, sehr koestlich!
Danach hat Iris uns mit Hilfe von Google Earth noch die lohnenswertesten Punkte am Great Barrier Reef gezeigt, denn wenn wir schon mal im Reisebuero sind, koennen wir ja auch mal ein paar Broschueren mitnehmen, dachten wir.
Im Reisebuero angekommen, wurden wir schon freudig von Erika erwartet. Sie war heute noch besser drauf als beim letzten Mal, hat sich gefreut, uns zu sehen.
Und sie hatte eine gute Nachricht. Dank eines special offer bekamen wir Geld von ihr, dass sie mit einem national park entry verrechnet hat.
Prima.
Mit mehreren Broschueren bewaffnet haben wir uns an den Strand begeben, darin geblaettert, gequatscht und Interessantes markiert.
Leider wurde es recht schnell kuehl und wir sind wieder zu Julia gegangen. Nach einer Kakaopause bin ich dann auch wieder nach Hause gefahren, um von Apfelpfannkuchen begruesst zu werden.
Nach dem Essen haben wir uns hier ein Rugby-Spiel angeguckt. Es war das Halbfinale von keineahnungwas zwischen den Paramatta Eels (an dieser Stelle moechte ich hinweisen auf Daniel Mortimer, einen huebschen Anblick) und den Bulldogs (Endstand 26:12). Ohne die Rugbyregeln zu kennen, moechte ich behaupten, dass dies das ideale Spiel fuer angestaute Maenneraggressionen ist. Wer, wie ich, ein absoluter Rugbylaie ist, dem soll hier kurz erklaert werden, wie das Spiel funktioniert. Eine Mannschaft besteht (laut Franzis Aussage) aus 12 Spielern, gespielt wird auf Rasen. Da es mir deutlich mehr als 12 Spieler vorkam, vermute ich (nur eine Vermutung!), dass das Spielfeld kleiner ist als beim Fussball. Kann aber auch daran gelegen haben, dass die Maenner alle ordentliche Kanten sind und somit mehr Platz auf dem Fernseher einnehmen.
Gehen wir davon aus, dass Mannschaft A den eifoermigen Ball hat. Ein Spieler dieser Mannschaft rennt also wie ein Irrer gegen eine Wand aus meist 5 Gegnern. Diese koennen mit dem in ballbesitzseienden Spieler ungefaehr alles machen, was sie wollen und was weh tut. Da unser Spieler den Ball nicht verlieren will, bleibt ihm keine andere Wahl, als sich auf den Boden zu schmeissen, den Ball unter sich begraben. Alle gegnerischen Spieler schmeissen sich dann einfach auf ihn drauf.
Nach kurzer Zeit loest sich das menschliche Gewuehl auf und der Spieler A, sofern noch in Ballbesitz, gibt den Ball durch seine Beine gerollt an einen Mitspieler ab.
Dieser laeuft gegen die naechste testosterongeladene Wand. Alles beginnt von vorne.
Ziel des Spiel ist es, moeglichst viele Punkte zu erlangen. Da geht z.B. indem der Ball zu einer Linie am Spielfeldende gelangt, ein sog. TRY. Das bedeutet, dass ein Spieler den Ball kontrolliert hinter dieser Linie plaziert. Im Anschluss an ein Try (das 4 Punkte gibt) hat die Mannschaft die Moeglichkeit, den Ball durch 2 Stangen zu schiessen, die in der Mitte der besagten Linie aufragen. Dafuer gibt es dann 2 Punkte.
Eine weitere Moeglichkeit, einen Punkt zu machen, ist, den Ball vom Spielfeld aus zwischen diese Stangen zu schiessen (1 Punkt).
Alles klar soweit? (Ich hoffe, ich hab das richtig verstanden und richtig erklaert. Allen Besserwissern sei gesagt, dass sie ihr Wissen gerne mit der Kommentarfunktion zum Besten geben duerfen.)
Ein jedenfalls sehr brutaler und recht stumpfer Sport, zumindest anzugucken.

Morgen findet Miles' Taufe statt, Michi und Uwe haben das letztes Wochenende spontan beim Geschaeftsessen beschlossen. Gegen 12 Uhr ist ein Gottesdienst, anschliessend ein Lunch bei dem Geschaeftspartner von Uwe.
Abends sind die beiden auf ner Party, ich pass auf Miles und Franzi auf.
Fuer morgen und uebermorgen sind wieder Sandstuerme angesagt, ich bin gespannt, wie viel wir hier davon mirbekommen.

Donnerstag, 24. September 2009

Sydney Tower mit Julia - 24. September 2009

Heute haben Julia und ich unser langgeplantes, aber auf Grund der Wetterverhaeltnisse doch immer wieder verschobenes Vorhaben, auf den Sydney Tower zu fahren, endlich in die Tat umgesetzt.
Nachdem ich heute morgen mit Hilfe von Staubsauger und Wischer die Ueberreste des Sandsturms von den Boeden im Obergeschoss befreit hatte, gings gegen Mittag los. Von der Bushaltestelle am Queen Victoria Building sind Julia und ich zum Sydnet Tower gelaufen. Nachdem wir die Tickets gekauft hatten, gings auch schon mit dem Fahrstuhl hoch. 4 mal so hoch wie das Opernhaus und doppelt so hoch wie die Harbour Bridge und somit so hoch wie der Eiffelturm, ist der Sydney Tower, der highest point above Sydney.
Oben angekommen hatte man wirklich einen eindrucksvollen Blick ueber die ganze Stadt. So konnte ich auch mal das Olympiastadion von 2000 sehen (vielleicht in Zukunft einen Besuch wert?); vermuten, wo Bondi Beach ist; raetseln, warum auf einem Dach pinke Blumen auf knallgruenem Hintergrund sind; herausfinden, wo genau das Fischrestaurant ist, bei dem Julia und ich auf unserer ersten gemeinsamen Tour gegessen haben; staunen, dass die einzige Werbetafel, die zu erkennen ist, von Coca Cola ist; Baustellen auf und um Hochhaeuser von oben betrachten; natuerlich viele Fotos machen und und und.
Im Anschluss daran waren wir im sogennanten OzTrek. Das ist ein 3D-Kino im Tower selbst. Zunaechst kann man in 4 verschiedenen, liebevoll hergerichteten Kulissen Menschen-Hologramme sehen, die einem was ueber Australien erzaehlen. Das ist ziemlich gut gemacht.
Im Anschluss daran gings ins 3D-Kino selbst, man ist ueber Australien geflogen und hat einige Attraktionen gesehen, Uluru, Great Barrier Reef, Regenwald, Sydney.
Gegen Mittag haben wir dann am Darling Harbour was gegessen und sind im Anschluss daran auf der Suche gewesen nach dem Hard Rock Cafe.
Nach langer Suche entschieden wir uns fuer die Zuhilfenahme von Passanten, die uns aber leider mitteilten, dass das Hard Rock Cafe in Sydney geschlossen wurde. Das war etwas aegerlich.
Den urspruenglich geplanten Ausflug nach China Town haben wir verschoben, es wurde langsam dunkel.
An der Bushaltestelle angekommen mussten wir am eigenen Leibe wieder mal erfahren, was es bedeutet, wenn ein Bus ueberpuenklich ist...

What's different?

Auf den Tag genau vor einem Monat bin ich losgeflogen, Zeit fuer ein kleines Feedback. Wo gibts Unterschiede zwischen der australischen und der deutschen Lebensweise? Was werde ich in Deutschland vermissen, was fehlt mir hier?

Es gibt Kleinigkeiten, die fallen im Alltag kaum mehr auf: das nuschelige Englisch, dass die Austalier hier sprechen zum Beispiel. Manchmal muss man sich wirklich sehr bemuehen, um zu verstehen und um zu erkennen, wann ein mundfauler Aussie mal wieder ein Wort einfach weggelassen hat...
Auch klar war, dass die Autos auf der falschen Seite fahren, nicht immer denke ich daran, wenn ich mich auf den Beifahrersitz setzen moechte, hallo Lenkrad.
Ueber Schuluniformen habe ich zu Hause nicht nachgedacht, meine Meinung ist gespalten. Es gibt einige, die sehen an egal wem aus wie ein haesslicher Sack. Nicht sehr nett fuer die Kinder. Andere gibt es, die momentan modisch angesagt zu sein scheinen, die Kinder sehen gut darin aus. Jungs im Hemd find ich super. Widerum andere, vereinzelte Maedchen machen aus ihrer Schuluniform ihre eigene Mode, da sitzt der Rock schon mal hoeher, die Bluse ist am Bauch verknotet, oben ist ein Knopf auf. Kreativ, aber wohl nicht Sinn der Sache, denke ich.
Leider fuehren die Schuluniformen dazu, dass die Kinder / Jugendlichen Schwierigkeiten damit haben, einen eigenen Kleidungsstil zu entwickeln. Schlimm finde ich dabei Leggins, bei denen der Po nicht von einem laegeren T-Shirt oder einem Kleid verdeckt wird. Ueblich sind auch schicke Business-Anzuege mit Joggingschuhen.
Gut finde ich die Zuneigung der Australier zu Wasser ohne Kribbel, alle trinken Leitungswasser (wir haben einen Kuehlschrank, bei dem man auf Knopfdruck gekuehltes Wasser und auf Wunsch auch Eiswurfel oder crushed ice bekommt), Kribbelwasser oder einen Kasten mit Wasser habe ich hier noch nicht gesehen. In Manly gibt es wie so Brunnen, aus denen sich jeder Wasser abfuellen kann. Die wollen so der Umweltverschmutzung durch Wasserflaschen entgegenwirken.

Wenn ich hier morgens losgehe, um nach Sydney zu fahren, muss ich mich stellenweise entscheiden, ob ich es riskiere, auf der Strasse zu gehen oder in den Vorgaerten von Hundebseitzern. Buergersteig? Fehlanzeige! Strasse koennte ein Problem sein wegen des meist rasanten Fahrstils der Australier. Die Wohngebiete sind zwar regelmaessig durchzogen von Hueckeln, dass haelt den passionierten Autofahrer jedoch nicht davon ab, zwischen diesen mal ordentlich das Gaspedal nach unten zu druecken.
Hunde sind hier der beste Freund des Menschen, in Elanora Heights gibt es zwar nicht viele Geschaefte, aber ein Dog Stylist ist Pflicht. Auch sonst sieht man doch schon fast regelmaessig den ein oder anderen Laden, in dem es ausschliesslich um das Wohl unserer vierbeinigen Freunde geht. Doch in den Vorgaerten lauert noch ein weiteres Hindernis: Sperrmuell. Was im Haus nicht mehr gebraucht wird, wandert fuer unbestimmte Zeit in den Vorgarten. Dort wird es entweder von Nachbarn mitgenommen, die das ungeliebte Stueck noch gebrauchen koennen oder es steht halt so lange darum, bis der Sperrmuellwagen kommt. Ungefaehr zweimal im jahr sei dies der Fall, habe ich mir sagen lassen.
Laufe ich nicht Gefahr, gegen Sperrmuell zu rennen, so kann ich in den Gaerten haeufig Boote oder sehr grosse Autos in den Einfahrten betrachten. Wer braucht schon Kleinwagen?

Mit dem Bus unterwegs zu sein ist auch eine Sache fuer sich. Wenn man sich auskennt, kein Problem, faehrt man zum ersten Mal... na ja... ich hab ja schon beschrieben, wie das so ausgehen kann.
Fakt ist, die Bushaltestellen haben keine Namen. Jedenfalls stehen die nicht an den Bushaltestellenschildern dran. Geschweige denn, dass im Bus eine Anzeigetafel waere, die den naechsten Stopp ankuendigt.
Auch haben Busse hier offensichtlich die Angewohnheit eher zu frueh als zu spaet zu kommen oder einfach gar nicht. Ist man 5 Minuten zu frueh an der Bushaltestelle, kann das schon zu spaet sein. Dann wird daraus ein laengeres Warten, als wenn man zu spaet gewesen waere. Unschoen. Ueberhaupt, das mit dem In-den-Bus-Einsteigen ist nicht so einfach wie man denkt.
Der Busfahrer haelt nur an einer Haltestelle, wenn jemand gedrueckt hat von innen oder wenn jemand an der Bushaltestelle dem Fahrer winkt. An jeder Haltestelle steht deshalb "signal driver". Doch wie signaled man denn, ohne dass man sich zum Deppen macht? Einfach winken wie zum Abschied? Nur mal kurz den Arm auf die Strasse halten? Hysterisch mit den Armen fuchteln? Ich weiss es nicht und druecke mich davor, so gut es geht.
Hat der Bus dann gehalten, ist Ruhe angesagt. Zunaechst einmal steigen alle Fahrgaeste, die raus muessen, aus. Gerne auch vorne, nicht ohne dem driver ein freundliches "thanks" zugerufen zu haben. Dann wird eingestiegen und zwar in genau der Reihenfolge, in der die Leute an der Bushaltestelle angekommen sind.
Sollte rush hour sein, ist es moeglich, dass an zentralen Haltestellen lange Schlangen entstanden sind. Dabei ist es in der Schlange egal, mit welchem Bus man von der Haltestelle aus fahren will.
Ausserdem gibt es Busse, die zwischen 7AM und 7PM nur Leute einsteigen lassen, die vorher schon irgendwo ein gueltiges Busticket gekauft haben. Leider gibt es bisher kein erkennbares Prinzip, wann ein solcher Bus kommen wird.
Hat man Pech, muss man auf den naechsten Bus warten, oder stolzer Besitzer eines PrePay-Tickets sein.
Der Bus selber hat die Moeglichkeit auf einer Bus Lane, die rot ist, zu fahren um schneller voran zu kommen. Auf dieser Spur duerfen auch Autos fahren, wenn da 4 Insassen (glaube ich) drin sind. Weil ueberall Kameras sind, die kontrollieren, dass keine unerlaubt diese Bus Lanes benutzt, gibt es jetzt Puppen, die statt der Insassen in den Autos sitzen...

Die Busfahrer vorallem, aber auch eigentlich alle anderen Leute hier sind sehr freundlich. Natuerlich hoert man von jedem ein "How are you?", worauf niemand eine ehrliche Antwort zu hoeren wuenscht und natuerlich geht es einem auf den Geist, wenn nacheinander drei Verkaeuferinnen auf einen einstuermen und einen mit derselben, unindividellen Frage belauern, aber sobald man ein Problem hat, oder etwas wissen will, sind alle gelassen, freundlich und aeusserst hilfsbereit.
Bevor man sich ueberhaupt mit dem Nachnamen vorstellen kann, ist der zuvorkommende Gespraechspartner schon zum Vornamen uebergegangen, vor der wohlmoeglich beginnenden Verkaufsverhandlung wird noch schnell eine persoenliche Note in das Gespraech eingebracht. Haeufig startet die bei mir mit "Where are you from?" und schwuppdiwupp weiss man von allen Bekannten, Verwandten und Freunden des Gespraechspartners, die allesamt schon mal in Germany oder zumindest in der Naehe waren, die das Land lieben, oder die ueberhaupt nur schon mal davon gehoert haben.

Steht ein Kauf, z.B. in einem von unendlich vielen Shoppingcentern fest, gibts noch das Problem mit dem Geld. Scheinmaessig ist das kein Problem, mittlerweile weiss ich die Farben der dazugehoerigen Scheine. Woran ich mich nur schwer gewoehnen kann oder will ist die Anordnung der Muenzen. 2 Dollar sind ganz klein (etwa wie 10 Eurocent), der ein Dollar ist etwas groesser. Beide haben in etwa die Farbe der 10, 20 und 50 Eurocents. Das restliche Kleingeld (5, 10, 20, 50 Cent) wird mit dem Wert immer groesser, so dass man haeufig ein sehr volles und vorallem schweres Portmonnaie hat...
Bevor man einen Artikel kauft, sollte man vorher gewissenhaft einen Preischeck machen. So kann es sein, dass ein Shampoo in Laden 1 undgefaehr 5 Dollar kostet, in Laden 2 nur 3 Dollar und im naechsten Geschaeft sogar 6 Dollar.

Sydney selber ist, glaube ich, die sauberste Grossstadt, die ich je gesehen habe. Nirgendwo liegt was rum, kein Muell, keine Zigaretten, nichts.
Es gibt viele oeffentliche Toiletten, auch an den Straenden, und die, die ich bisher gesehen habe, sind alle sehr sauber. Das Gleiche gilt auch fuer die Straende.
Man sieht hier in der Stadt auch nicht so viele Bettler, nur vereinzelt mal einen.
Ab und an sieht man hier Schilder, die auf eine "alcohol free zone" hinweisen und vor manchem Zebrastreifen sieht man ein Schild, auf dem "Stop, Look, Listen, Think" steht.

Bleibt man ueber Mittag zu Hause, darf man sich nicht ueber fehlendes Essen beklagen, hier gibts abends ne ordentliche Portion, mittags haeufig nichts. Wird abends was geholt, sollte man mit den Essgewohnheiten der Asiaten vertraut sein: Haeufig wird zu Sushi gegriffen, es gibt viel chinesisch, Julia kam sogar schon in den Genuss von Hahnenfuss. Pizza schmeckt sehr anders als in Deutschland, in Manly hab ich mal eine richtig gute gegessen, die vom oertlichen Pizzadienst entsprach nicht ganz meinen Vorstellungen.
Die Lieblingsbeschaeftigung der Australier waehrend des Essens, fernsehgucken, finde ich etwas anstrengend, es kommt so haeufig Werbung, dafuer aber immer nur ganz kurz und auch die Auswahl an Werbung scheint stark begrenzt zu sein. Die meiste Werbung sieht zudem sehr laienhaft gemacht aus, mehr wie eine Powerpointpraesentation...

Ueber die PrePay-Vorstellungen bei Handys habe ich mich ja schon ausgelassen, ich empfinde es mehr als einen Vertrag, dass ich das aufgeladene Guthaben nur fuer einen Monat nutzen kann.

Ich denke, das Wichtigste habe ich jetzt aufgefuehrt, vielleicht faellt mir ja in Zukunft noch mehr auf.

Dienstag, 22. September 2009

29.-23. September 2009

Hier ein kleiner Umriss der letzten paar Tage.

Samstag, 19.09.09
Samstags waren Julia, Nicole und ich in der Warringah Mall, shoppen. Dabei hat sich nicht wirklich was spektakulaeres ereignet. Schuhekaufen ist hier in einigen Laeden etwas komisch, da stehen alle Regale nur voll mit Schuhkartons. Nicht sehr schoen. Ausserdem gibt es viele Laeden mit Abendgarderobe, weil die Leute, die in die Disco oder so gehen, so zurecht gemacht sind, als haetten sie einen Ball.
Abends haben Franzi und ich dann auf Miles aufgepasst, weil Michi und Uwe auf einer Party waren.
Nachdem die beiden weg waren, hat Miles angefangen zu weinen. Erst hat Franzi ihn ein bisschen versucht zu beruhigen, dann habe ich mein Bestes versucht. Ich habe ihm saemtliche Schlaflieder meiner Kindheit vorgesungen und dabei gebetet, dass Franzi nicht am Empfaenger des Babyfons sitzt und das mit anhoeren muss. In der Zeit hat sie, was ich nicht wusste, Uwe angerufen und ihn gebeten, herzukommen, was meine Autoritaet als Babysitter etwas untergraben hat... Aber Uwe wollte eh herkommen und sich was weniger warmes anziehen... Der Rest des Abends ist dann aber gut und ruhig verlaufen.

Sonntag, 20.09.09
Wir sind morgens zum fruehstuecken an den nahe gelegenen Palm Beach gefahren (die Leute von den Northern Beaches finden den alle viiiel besser als Bondi Beach). Dort war ein kleiner Markt ueber den wir drueber gegangen sind. Anschliessend haben wir an einer kleinen Bude unser Fruehstueck gekauft, Franzi und ich haben uns fuer Obstsalat, die anderen fuer Schinken und Ei-Sandwich entschieden.
Der Obstsalat war total lecker, die Fruechte etwas exotischer als bei uns, zu meinem Leidwesen war die Grapefruit sehr sauer... Gegessen haben wir das auf einer Wiese mit Blick zum Meer, sehr romantisch. Franzi ist nach dem Fruehstueck mit allen Anziehsachen ins Meer gegangen, ich war nur mit den Beinen drin.
Weil das Wetter so schoen war, habe ich nachmittags beschlossen, hier in Narrabeen an den Strand zu gehen. Leider hat sich der Himmel ziemlich zugezogen, so dass ich die ganze Zeit mein Handtuch umgebunden hatte, um nicht zu sehr zu frieren.
Als es irgendwann angefangen hat zu donnern, habe ich mich entschlossen, den Rueckweg anzutreten, der Wolkenbruch hat mich aber total erwischt. Aber es war eigentlich mehr ein Sommergewitter und somit noch recht angenehm.
Abends haben wir dann alles fuer Franzis Geburtstag vorbereitet, sie wueschte sich eine sehr anspruchsvolle Torte. Beim Backen dieses Monstrums ging aber alles schief, den Teig sollte man eigentlich in 3 Teile teilen koennen, was aber nicht funktionierte, weswegen wir ihn nochmal machen mussten. Die Gelatine in der Himbeercreme hat sich nicht aufgeloest, so dass sie nicht fest wurde. Die Torte selber sollte mit Rosen verziehrt werden, die man selber aus Schokolade formen sollte. Hat auch nicht funktioniert. Es war ein einziges Desaster.

Montag, 21.09.09
Franzis Geburtstag. Morgens haben wir gemeinsam gefruehstueckt und sie hat ihre Geschenke ausgepackt. Highlight war ihr erstes eigenes Handy, ansonsten gabs Klamotten, son Backding mit dem man z.B. Spritzgebaeck macht und von mir ne CD.
Als ich mich endlich aufraffen konnte, bin ich mit dem Bus gegen Mittag nach Mona Vale gefahren, um dort meine Reise zum Uluru zu bezahlen.
Erika war leider nicht da, sie hatte ihre lunch break, so dass ich mit Lauren vorlieb nehmen musste. Peinlich war, dass ich enorme Schwirigkeiten hatte, meinen Namen zu buchstabieren... Gott sei Dank funktionierte die Kreditkarte aber und deswegen steht der Trip jetzt.
Am 16.10. gehts morgens los, von Sydney aus fliegen Julia und ich nach Alice Springs. Von dort aus geht am 17.10. gegen halb 7 morgens der Bus Richtung Uluru.
Dit Tourdetails koennt ihr euch gerne durchlesen unter:
www.adventuretours.com.au/uluru-ayers-rock-tour/
Am 19. ist die Tour dann zu Ende, Julia und ich schlafen noch zwei Naechte im newest hostel in Alice Springs (laut Internetseite), dem Haven Backpakers Resort, bevor unser Flug am 21.10. uns wieder nach Sydney bringt.
Nach meinem Plausch mit Lauren hab ich mich dann mit Julia in Mona Vale am Strand getroffen, wir haben nur geredet, weil das Wetter nicht soo schoen war.
Abends gabs dann, anlaesslich Franzis Geburtstag, Lachs in Sahnesauce mit Reis, sehr lecker!
Zum Nachtisch gabs unser Meisterwerk, den Kuchen. Damit man nicht so viel sieht von aussen, hat Michi ueberall Sahne drumrum geschmiert und statt der Rosen gabs rosa Zuckerschrift. Der Kuchen war okay. Also man muss ihn nicht wieder machen, aber es war auch nicht so schlimm wie ich es ehrlich gesagt erwartet hatte.

Dienstag, 22.09.09
Morgens wurde ich von Iris (also Julias host mum) gegen viertel vor 9 an der Pittwater Road abgeholt, sie hat uns nach Catswood gebracht, wo zwei Shoppingcenter sind. Dort haben wir bis circa 2 Uhr einen Bikini fuer Julia gesucht, was sich als nicht soo einfach erwies. Aber in der letzten Stunde haben wir unsere Aufgabe mit Bravour gemeistert.
Iris hat uns wieder mit zurueck genommen (sie hat sich da irgendwo ne Schule angeguckt), uns bei mir in Elanora Heights abgesetzt, Julia hat ihren neuen Bikini, ich meinen ueblichen angezogen und wir sind runter an den Strand.
Das Wetter war super, und so waren wir -ausgenommen von unserer Surfstunde, die aber nicht zaehlt, weil wir da Neoprenanzuege anhatten- zum ersten Mal richtig im Meer schwimmen.
Das Wasser war zwar noch recht frisch, aber wir haben uns nicht angestellt. Man merkt schon, dass die Stroemung recht stark ist, deswegen waren wir auch nicht sehr weit drin.

Mittwoch, 23.09.09
Ich bin heute morgen aufgewacht und habe durch meine Vorhaenge rotes Licht gesehen. Verwundert ueber dieses Sonnenspiel habe ich dennoch weitergeschlafen. Doch als ich gegen 9 Uhr entgueltig aufgestanden bin, war immer noch ein leicht rotes Licht ueberall, sogar die Wassertropfen im Waschbecken schimmerten rot. Was mich weiterhin verwundert hat, war, dass Franzi noch da war.
Michi hat mir erzaehlt, dass heute der erste Sandsturm in Sydney seit ewiger Zeit ist, und dass davor gewarnt wird, rauszugehen, weil das schaedlich fuer die Lungen ist. Mein Programm fuer heute war eigentlich, je nach Wetter, Strand oder joggen, was ich nun knicken kann.
Der Himmel hat noch immer einen leichten Rotstich, es riecht ueberall total staubig und die Terasse ist uebersaet mit rotem Sand. Auch in der Kueche liegt welcher, den man sieht, wenn man mit dem Lappen drueberwischt. Dabei sind alle Tueren und Fenster zu, so fein ist der.
Dafuer passe ich nachmittags auf Miles aus, so dass Michi ins Buero kann und heute abend koche ich.

Freitag, 18. September 2009

Jeden Tag eine gute Tat - 18. September 2009

Der Tag heute war eigentlich eher unspektakulaer, wenn man mal absieht von meiner heldenhaften Rettungsaktion vielleicht.

Heute morgen war ich joggen (das klappt jetzt schon recht gut, ich werde diese Runde noch ein-, vielleicht zweimal laufen und sie dann erweitern, wie, weiss ich aber noch nicht) und habe im Anschluss mein uebliches Fitnessprogramm (also das, das ich jetzt schon genau zwei Mal gemacht habe) durchgezogen.
Danach geduscht, fertiggemacht, Mittag gegessen (Rest meiner glorreichen Paprikapfanne mit Reis aus dem sehr praktischen Reiskocher), mit Erika telefoniert (mein erstes Telefonat auf Englisch, es ist gut gelaufen. Was sie zur Verabschiedung gesagt hat, hab ich nicht verstanden, aber ich bin sicher, es war eine Verabschiedung) und anschliessend wollte ich zum Strand in Narrabeen.
Ich bin gegen 15 Uhr losgelaufen, das ist die Zeit, in der hier alle Kinder Schulschluss haben. Recht weit unten am Berg hielt ein Bus, aus dem ein paar Kinder ausgestiegen sind. Ein kleines Maedchen (ca. 6-7 Jahre) ist mir sofort aufgefallen, sie stand da alleine und weinte. Alle anderen Kinder sind dann weggegangen, nur sie blieb traenenueberstroemt stehen. Ich hab sie also gefragt, ob ich ihr helfen kann, was denn los sei. Sie hat mir erzaehlt, dass sie mit dem Bus gekommen sei und ihre Mama sie abholen wollte, aber nicht da sei. Sie war total verzweifelt. Ich hab ihr angeboten, dass sie mein Handy benutzen kann und sie nach ihrer Telefonnummer gefragt, ihr dabei aber auch versichert, dass ihre Mama sie bestimmt nicht vergessen hat. Leider wusste die Kleine ihre Telefonnummer nicht, was mich vor ein Problem stellte... Deswegen hab ich sie erstmal gefragt, wie lange sie denn schon warte. Sie meinte, noch nicht lange, sie sei gerade eben erst mit dem Bus gekommen. Das hat mich beruhigt. Dann hab ich ihr angeboten, mit ihr zu warten und wenn ihre Mama dann nicht kommt, dass wir uns dann was ueberlegen, was sie dankbar angenommen hat. Um sie ansprechen zu koennen, hab ich sie nach ihrem Namen gefragt, Kylie. Ich hab ihr gesagt, dass sie nicht zu weinen braucht. Kurze Zeit darauf hoerte man schon jemanden "Hey" rufen, ich hab Kylie gefragt, ob das ihre Mama sei. Sie sagte "probably"...?! und ist dann gluecklich dahingestuerzt. Ich nehme einfach mal an, dass es ihre Mutter war...
Danach war ich nicht wirklich am Strand, hier ist wie so ein grosser See, an dem ich ein bisschen entlang gelaufen bin und die Sonne genossen habe, bis es zu kalt wurde.
Dann bin ich wieder hoch gelaufen, zum Abendbrot gabs Sandwich (total lecker: halt so labberiges Baguette, weil hier ja das Brot immer labberig ist, mit viel Mayo, klein geschnittenem Salat wie auf McDonalds Burgern und darauf chicken. Also so wie wenn man bei uns ein Brathaehnchen kauft und das dann auseinanderrupft.), und jetzt passe ich auf Miles auf.
Franzi hat sich fertig gemacht fuer die Schuldisco (geschminkt, was Uwe glaub ich etwas gewundert hat), Uwe und Michi sind mit einem Geschaeftspartner essen und ich sitze jetzt hier, trinke Cola und esse Schokolade...